Perspektivwechsel im Bundestag: Gehörlose Migranten im Gespräch mit Jürgen Hardt (10.10.2010)
Herr Hardt berichtete zuerst über seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter, insbesondere über seine Funktion als Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit, und ging anschließend auf die aktuelle weltpolitische Lage sowie die Positionen der CDU ein. Im Anschluss wurden die rund 100 anwesenden gehörlosen Gäste aufgefordert, Fragen zu stellen.
Die Teilnehmenden beteiligten sich sehr aktiv. In den zahlreichen Beiträgen und Fragen schilderten viele ihre persönliche Lebenssituation und ihr Lebensgefühl als Migranten in Deutschland. Dabei wurde deutlich, welche Herausforderungen es mit sich bringt, als gehörloser Migrant in Deutschland zu leben: Die Kommunikation mit hörenden Mitbürgern ist oft stark eingeschränkt, doch auch unter Gehörlosen verschiedener Nationalitäten gibt es Barrieren, da sich die jeweiligen nationalen Gebärdensprachen unterscheiden.
Thematisiert wurden zudem Schwierigkeiten bei der Kindererziehung, der Wahl der passenden Bildungsform sowie Hürden im Alltag. Konkrete Fragen betrafen unter anderem:
Gehörlosengeld: Warum unterscheidet sich die Höhe der Leistungen von Bundesland zu Bundesland?
Barrierefreie Medien: Warum gibt es immer noch zu wenige Fernsehprogramme, die durch Gebärdensprachdolmetscher unterstützt werden?
Behördengänge: Die Teilnehmenden schilderten die Probleme, die entstehen, wenn bei Ämtern und Behörden keine Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden.
Insgesamt kam das Gefühl zum Ausdruck, gegenüber hörenden Menschen nicht über die gleichen Rechte und Möglichkeiten zu verfügen.
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